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Rolleder und Baumann freigesprochen

" Fußball-Fans stürmen aus ihrem Block auf das Spielfeld, rennen auf die Spieler der gegnerischen Mannschaft zu. Ein Ordner hält einen der Männer fest, zwei Fußballspieler treten ihm mit Knien in den Bauch. Die Szenen, die gestern im Gerichtssaal des Amtsgerichtes über den Bildschirm flimmerten, zeugen vom gewaltsamen Ausgang eines Fußballmatches, das zwei Chemnitzer Spielern eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung einbrachte.
Steve Rolleder, 25, mittlerweile nicht mehr für den Chemnitzer FC am Ball, und Mike Baumann, 23, wurde von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, im Anschluss an das Pokal-Halbfinale ihres Teams beim FC Sachsen am 17. Mai 2006 im Kunze-Sportpark einen Leipziger Fan tätlich angegriffen zu haben. Baumann habe zudem einem anderen Mann, der gerade von einem Polizisten am Boden fixiert wurde, in den Rücken getreten. Harte Vorwürfe. Baumann konnte sich angeblich nicht mehr an die Vorfälle erinnern, nicht einmal an seine damalige Rückennummer. Doch die MDR-Bilder zeigen deutlich Tathergang und die Trikots der Täter.
Angesichts dessen gab Steve Rolleder die Vorwürfe zu, verwies aber wie die Verteidigung seines ehemaligen Teamkollegen auf die Umstände. Diese zu klären, stand im Mittelpunkt der gestrigen Verhandlung.
Vor zwei Jahren waren einem heißen Spiel tumultartige Szenen auf dem Platz gefolgt. Sachsen-Fans überwanden nach der 2:4-Niederlage ihrer Mannschaft im Elfmeterschießen (nach Verlängerung stand es 1:1) die Absperrungen, attackierten die Chemnitzer Kicker. „Wir wollten einfach nur feiern. Plötzlich herrschte Chaos. Ich wurde getreten. Ich hab nur alles versucht, um meine eigene Haut zu retten“, berichtete Baumann. Rolleder erklärte: „Die Situation war für mich nicht vorhersehbar. Ich wollte mich nur wehren. Ich bin ja nicht auf dem Feld gewesen, um mich zu prügeln.“
Die beiden Fans, als Zeugen geladen, erinnerten sich weder an die Situationen, in denen sie getreten wurden, noch an Schmerzen oder Verletzungen. Sie hatten reichlich Alkohol konsumiert. Sie waren nicht nur Opfer, sondern auch Täter, wurden von Ordnern und Polizei gestellt. So mussten sich die beiden Leipziger gestern auch Fragen der Staatsanwältin gefallen lassen, wieso sie auf den Rasen gestürmt waren: „Können sie das nicht anders verarbeiten, wenn ihre Mannschaft verliert?“
Die Staatsanwaltschaft zeigte zwar Verständnis für die Situation der Chemnitzer Angeklagten, machte aber auch deutlich, dass es sich nicht um Notwehr gehandelt habe. Auch Richterin Marion Weißenfels äußerte ihr Unbehagen über die wachsende Gewalt bei Fußballspielen und schlug die Einstellung des Verfahrens vor – gegen Zahlung einer Geldauflage. Alle Beteiligten stimmten zu. Rolleder wird 400 Euro und Baumann 750 Euro an eine Leipziger Kindertagesstätte überweisen. "


Quelle: LVZ vom 19.07.2008


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