Besprechungen
  Chemnitz     Nationalmannschaft     Hopping     Blog Journal     Interviews     Bilder     Artikel     Gästebuch     Kontakt     Links     Impressung & Disclaimer  
Allgemein:
Startseite

Besprechungen

Hier geht es kreuz und quer durch den Gemüsegarten. Ob Bücher, Musik, Dokumentationen, Filme usw. Wenn nicht anders gekennzeichnet, sind alle Reviews auf meinem zu tiefst subjektiven Mist gewachsen!

Musik: The Pigeon Detectives – Wait for me
Warum zum Teufel nennt sich eine Musikgruppe „Die Tauben Detektive“? Sicher gibt es in irgendeinem Interview eine Antwort auf diese Frage. Ich zumindest weiß es nicht. Was ich aber mit großer Bestimmtheit sagen kann, ist die Krachigkeit Ihres Debütalbums „Wait for me“. Von den soften Songs im Rockhymnen Stil von Oasis oder Blur lässt man gleich die Pfoten, betätigt also Gas statt Bremse. Irgendwo eine erquickende Mischung aus Libertines und den Melodien der Beatles. Und um die Werbung komplett zu machen: Die Fünf Jungs kennen sich schon seit der Grundschule, wollten als Stifte alle Fußballer werden und sind begeisterte Anhänger von Leeds United. Gute Kerle! 
Buch: In kleinen Gruppen, ohne Gesänge – Unterwegs mit den Hamburg Hooligans
Wer hier die Machart „Wir haben sie dort umgehauen“ oder „Wir haben sie da gejagt“ der ganzen englischen Bücher vermutet, ist schief gewickelt. Sicherlich wird der Leser bei solch einem Buchtitel zwangsläufig über Gewalt stolpern, doch ist sie nicht ermüdender Hauptbestandteil. In einer herrlich lockeren Schreibweise voller Humor und Ironie, werden die Abendteuer und skurrilen Momente beschrieben die der Autor in knapp 10 Jahren Fußballfahrerei erlebt hat. Ob HSV Auswärtsspiele in Liga und Europapokal, Länderspiele, Abstecher in den Osten oder die Euro 92 in Schweden. Alles im Zeitraum zwischen 1985 bis 1995. Die besondere Art, wie Charaktere und Begebenheiten beschrieben und geschildert werden, konnte mich mehr als einmal zum Lachen bringen. Die Bezeichnung „angenehmer Schreibstil“ ist fast schon eine Untertreibung. Fazit: Prima Abbild aus Tagen, wo noch keine Professionalisierung unter Fußballrüpel eingetreten war. Kneipe statt Fitnessstudio, Dilletantismus statt Kampfsport, Fußballinteressiert statt desinteressiert. Als es noch keine drakonischen Strafen für nix gab und Erlebnisbereitschaft und Spaß im Vordergrund standen. Und grad bei Letzterem dürften sich doch viele von uns wieder erkennen.  
Musik: Blood For Blood – Livin’ in Exile
1999er Album der saufenden Outsiders auf Victory Records. Leider nur 7 Lieder lang, wobei die Bostoner bei „Still fucked up“ einfach den Song „All fucked up“ vom Vorgängeralbum (Revenge of Society) umgedichtet haben. Tut aber nix zur Sache, denn die Jungs um Sänger Eric „Buddha“ Medina sind wahrlich „fucked up“. Diesmal auch mit einer ziemlich hohen Dosis Punkrock. Das wird HC Freaks eher von Frühwerken der Band schwärmen lassen und für Oi! Fans ist es die richtige Abwechslung, wenn es mal ne runde härter zur Sache gehen soll, ohne gleich in ultra brutales Geknüppel auszuarten.  
Musik: Blitz - Voice of a Generation
Ob nun die Stiefeljungs aus Manchester eher United oder mehr City ihr Herz geschenkt haben, kann ich euch leider nicht sagen. Ich weiß aber mit Sicherheit das sie eine verflucht geile Band gewesen sind. Auf dieser Doppel CD, die man als eine Best of werten kann, findet man dann auch alle geilen Stücke. Die Hammerteile schlechthin für mich auf jeden Fall "Warriors", "Someone's gonna Die" und "New Age". Insgesamt bekommt man 32 Lieder zu hören die Geschichte geschrieben und ne Menge nachfolgende Bands maßgeblich beeinflußt haben. Dürfte man in jeden geordneten Mailorder finden und kann da auch mit ruhigen Gewissen zuschlagen. Genau! 
Buch: The Boys from the Mersey – Unterwegs mit der Annie Road Crew Liverpool
Wie muß es wohl als Fußballfan gewesen sein, durch ganz Europa zu reisen in einer Zeit ohne ausgedruckte Bahntickets, Internet, Billigfluglinien, elektronischen Eintrittskarten, totaler Vernetzung und Überwachung? Autor Nicholas Allt hat es erlebt. In all den Jahren (70er/80er), als der FC Liverpool so ziemlich alles gewann was es zu gewinnen gab, reisten seine Kumpels und er quer über den Kontinent. Von Berichten über das Aufwachsen in den Liverpooler Vororten, Musik, den ersten Fahrten per Anhalter zu Auswärtsspielen und die herrlich ideenreichen Storys um, ohne großartig Kohle auszugeben, zum Fußball zu fahren. Und sei es getarnt als Rollstuhlfahrer oder angeblicher Sportreporter. Sie waren Trendsetter, durch die ganzen neuen Klamotten die sie aus Frankreich, Deutschland oder der Schweiz mitbrachten und Allt war mit Heysel und Hillsborough Zeuge zweier der schrecklichsten Tragödien des Fußball überhaupt. Auch dazu nimmt er Stellung, zwar recht subjektiv, aber er war immerhin live dabei! Ein prima Schmöker über einen Mann, der seine Fanszene als die geilste der Welt betrachtet…klingt arrogant, selbstverliebt und wird vielleicht Manchen beim Lesen nerven. Aber sind wir mal ehrlich...wer denkt das über seinen Verein nicht? Unterhaltsames Fußballbuch wie es zu sein hat!  
Musik: Gunter Gabriel – Sohn aus dem Volk – German Recordings
Im Jahre 1994 veröffentliche Johnny Cash mit seinem Album „American Recordings“ einen ganz speziellen Musikbeitrag. Das Konzept war einfach, wie genial. Neben etlichen Eigenkompositionen, wurden Lieder aus sämtlichen Stilrichtungen im „Cash Style“ uminterpretiert. Und nun will es Gunter Gabriel seinem Idol nachmachen? Der leicht abgeänderte Titel lässt einen billigen Abklatsch der übelsten Sorte befürchten. Aber Pustekuchen! Zwar bleibt die Machart die Selbe, doch herrlich arrangiert und vorgetragen. Lichtjahre entfernt vom gemeinen Country Schlager. Saubere akustische Gitarre und raue tiefe Stimme. Als Coverversionen hat man sich „2 Fragen“ (Klee), „Haus am See“ (Peter Fox), „Blaue Augen“ (Ideal), „Ich bin ein Nichts“ (org. „Creep“ von Radiohead), „Ich bin ein Hobo“ (Charlie Winston), „Heroes“ (David Bowie) und „Vor meiner Zeit“ (org. „Before my Time“ Johnny Cash) ausgesucht. Besonders intensiv aber auch die anderen Songs…sprechen sie doch offen aus dem Leben des Protagonisten, welches auch nicht grad aalglatt über die Bühne ging. Viele werden von einer Cash Kopie schimpfen…das kopieren allerdings nicht gleichbedeutend ist mit schlecht, wird hier bewiesen. Außerdem ist Gunter Gabriel eine ehrliche Haut…und das hier ein ehrliches Album!  
Musik: Ignite - Past our means
Nun kann man mich mit Hardcore eigentlich jagen...außer er ist melodisch. Und genau damit können die Jungs aus Kalifornien aufwarten. Kein abgehacktes Gestampfe an den Instrumenten und kein Gekrunze am Mikrofon. So paßt das! Allerdings müssen sich Ignite seit ihren letzten beiden Alben auch einige Komerzvorwürfe gefallen lassen, aber das nur am Rande. Die hier besprochene Mini CD beinhaltet 6 Songs welche roh, temporeich und präzise zum Punkt kommen und zum Einschlafen mit Sicherheit ungeeignet sind. Favorit, schon allein wegen der Textstelle: "...In times of trouble, I call my friends all over, To lift and help me to my feet, And keep me free from harm
..." im Refrain, ist für mich "Holding on". Und auch wenns schon ne Weile her ist, konnten sie mich sogar live überzeugen...und das obwohl ich, wie gesagt, Indie und Punkrock gewissen Hardcoreklängen eher vorzieh.  
Film: Cass – The Movie
Er war einer der Top Leute der Inter City Firm von West Ham United. Seinen Krawalltagen folgten Gefängnis und Türesteher Dienste. Mittlerweile ist er ein erfolgreicher Autor und selbsternannter „Hooliologist“. Für die Verfilmung seines Lebens diente dann auch gleich seine gleichnamige Autobiographie als eine Art Drehbuchstütze. Die Geschichte eines adoptierten schwarzen Jungen aus dem Londoner East End. Entwurzelt und identitätslos. Doch als er Anfang der siebziger Jahre erstmals in Wolverhampton in eine Fußballbezogene Schlägerei gerät, verspürt er das erste Mal das Gefühl zu etwas dazu zugehören. Über die Jahre steigt er in die Führungsriege der West Ham Bande auf. Die großen Zusammenstöße der Achtziger werden im Film durch „Treffen“ mit Leeds und Newcastle exemplarisch dargestellt. Auf die Feindschaften zu den anderen Londoner Vereinen wird nur wenig eingegangen….besonders Erzrivale Millwall wird nur am Rande erwähnt.
Bis auf einige Originalaufnahmen wird man ebenfalls Stadionaufnahmen vergeblich suchen. Mit der Inhaftierung der Hauptperson bewegt sich der Film nach meiner Meinung auch vom Thema Fußball weg. Cass rückt zwar noch mal gegen Arsenal Fans aus, um einen überfallenen Freund zu rächen, der immerhin mit 1000! Stichen genäht werden muss…doch in der Folge dreht sich viel um Familiengründung, Security Gewerbe und natürlich den Mordanschlag auf ihn im Jahre 1993, den Tod seiner Mutter und die damit verbundenen physischen Folgen.
Da auch in der Filmindustrie die lieben Finanzen eine Rolle spielen, ist der Film für ein breiteres Publikum ausgelegt. Und da es sich hier um eine verfilmte Lebensgeschichte handelt, muß man auch akzeptieren das es, eben wie in Cass Pennants richtigem Dasein, nicht nur um Fußball geht. Von daher ein recht informativer Überblick. Doch meiner Ansicht nach sind 108 Minuten Laufzeit ein wenig kurz geraten, um gerade so ein ereignisreiches Leben darzustellen. Schauspielerisch geht die Sache aber voll in Ordnung. Die Gesichter von Leo Gregory oder Tamer Hassan dürften aus anderen Movies dieses Genre bekannt sein. Daneben haben echte Hooligans Gastauftritte (Gilroy Shaw von Wolverhampton und ICF Legende Bill Gardner)und Mister Pennant ist selber auch zu sehen. Fazit: seine Bücher enterten die Bestseller Charts…Cass – The Movie wird es schwer haben damit Schritt zu halten.  
Musik: Cock Sparrer - Here we stand
Nach 10 Jahren das neue Album (Stand Februar 2008) der Oi! Veteranen aus den Achtzigern. Ach meine Brüder, mir schießt gleich die Pippi in die Äuglein, so überwältigt bin ich von innerer Zufriedenheit über diesen Kauf. Die Knacker bescheren uns hier ein ganz prima Geschenk. Herrliche chorbetonte Sing-a-long Stücke die den Vergleich mit ihren alten Kultteilen a la "England belongs to me" oder "Riot Squad" nicht im geringsten fürchten müssen. Meine absoluten Lieblingslieder auf dieser Scheibe dürften "Did you have a nice life without me?" und "Suicide Girls" (mit mehren Mädels als Unterstützung am Gesang) sein. Wobei die restlichen 12 Songs aber nur minimal dahinter liegen!!! Ganz überragend! Begeisterung pur!  
Musik: Die Lokalmatadore - Heute ein König ... morgen ein Arschloch
Nun locken mich deutsche Assi Punktöne nur bedingt hinterm Ofen vor, und das es sich bei der Truppe aus Mühlheim an der Ruhr um Schalke Fans handelt macht die Sache ja nun nicht wirklich besser. Da aber in jedem wahren Fußballfan auch ein kleiner Proll steckt, wollen wir mal die "Lokalen" hier nicht außen vor lassen. Denn genau auf diesem Gebiet sind sie eine Bank! DER Kultschlager schlechthin auf diesem 1994 erschiehenen Suffwerk natürlich "Fußball, Ficken, Alkohol". Allein schon die erste Strophe spricht Bände über die Mentalität der Typen: "... Am Samstag gehts ins Stadion dat ist doch sonnenklar, wir saufen uns die Hucke voll egal wies Spiel wohl war, und wenn das Match zu Ende ist, dann biste wieder blau, und langsam kriegste richtig Bock auf eine geile Sau"...haha. Und so, oder so ähnlich bekommt man dann auch die restlichen Weißheiten auf dieser CD nahegebracht. Bei Titeln wie "Mach deinen Mund zu einem Arschloch" oder "Kalter Bauer" kann sich glaube ein Jeder seinen Teil denken. Und um der Verrücktheit die Krone aufzusetzten, covert man auch noch den Puhdys Klassiker "Wenn ein Mensch lebt". Lustig, flott musiziert und defenitiv party- bzw. busfahrttauglich!  
Buch: Terrace Legends – Legenden der Stehränge
Zunächst die kalten Fakten: die Autoren Martin King (Autor „Hoolifan“) und Cass Pennant ( Autor „Congratulations“) stellen Fragebogen mäßig insgesamt 28 Fußballleuten immer die selben Fragen. Die zu erwartende Langeweile lockert sich, durch die individuelle Beantwortung der einzelnen Akteure, zum Glück ganz ertragbar. Zu 90% äußern sich Gewalttäter der verschiedensten englischen Vereine. Allerdings auch zwei Holländer, zwei normale Fans aus Newcastle und Portsmouth und sogar der Schauspieler Frank Harper (Football Factory). Keine literarische Meisterleistung, sondern die subjektiven Eindrücke von Einzelpersonen. Und deswegen doch recht interessant, was die harten Jungs aus ihrer aktiven Zeit zu berichten haben. Arroganz, Ehrlichkeit, Humor, Stil, Vorlieben, Verletzungen, Hintergrund….die Tatsache das sich vieles wiederholt ist sicher der größte Minuspunkt des Buches, liegt aber in dem Umstand begründet das hier Leute aus der selben Szene interviewt worden und keine Pop Stars, Verbandsfunktionäre oder Möchtegern Psychologen. Bei aller Kritik kann die Authentizität demzufolge kaum wegdiskutiert werden. Enden will ich mit einem schönen Satz aus dem Schlusswort: „…Männer mit großer Leidenschaft und einem Stolz der…jenen mancher Profifußballer übertrifft, die so häufig dem Wappen auf ihrem Trikot Treue schwören. Man wünscht sich die Zeiten zurück, in denen es die Fans waren, die einen Verein ausmachten.  
Musik: The Housemartins – London 0 Hull 4
Ein weiterer Vertreter aus der Abteilung britischer Indie Poprock: The Housemartins. So gegen Mitte / Ende der Achtziger Jahre war die Band aktiv und platzierte sich doch recht regelmäßig in den höheren Plätzen der englischen Single Charts. Ihr Debüt von 1986, „London 0 Hull4“, teilt allerdings mein Gemüt wie die Mauer einst Berlin. Dabei ist die gewöhnungsbedürftige hohe Stimmlage des Sängers durchaus mitentscheidend. Sind es die locker, flockig, heiteren Stücke wie „Over there“, „Sheep“ oder „We’re not deep“, dann darf man den Gesang sogar als passend bzw. keines Falls als störend bezeichnen. Und auch bei mehr sensibleren Stücken wie „Sitting on a Fence“ befinden wir uns noch im grünen Bereich. Aber Dinger wie „I’ll be your shelter“ ziehen mir dann schon die Latschen aus! Klingt das doch fast schon nach Gospel! Nägel mit Köpfen: von 16 Songs sind 7 wirklich schöne Musik (wegen der ich die Scheibe nicht missen möchte), 5 echt hörbar und 4 würde ich gern löschen..haha! Der angesprochenen Sänger hört übrigens auf den Namen Paul Heaton, machte nach den Housemartins mit der Pop Band „The Beautiful South“ Kariere und bevor er mit ca. 20 Jahren in die Nordenglische Stadt Hull zog, lebte der gebürtige Liverpooler in Sheffield und war gar in seinen Teenager Jahren mit der Blades Business Crew von Sheffield United unterwegs!  
Musik: Cockney Rejects - The Greatest Hits Vol.2
Eine meiner Lieblings Punkrockformationen und wohl die Fußballband schlechthin. Sicherlich haben schon unzählige über unseren Sport gesungen....aber diese Euphorie, Aggression und nicht zuletzt Authentizität sind für mich für die Jungs aus dem East End unvergleichlich! Wer würde schon auf 200 Fans von Birmingham City im Publikum scheißen und trotzdem seine Vereins Songs in die Massen schreien? So geschehen 1979 mit anschliesender Massenschlägerei und Krankenhaus Aufenhalt. Nicht umsonst bezeichnet man die Rejects als die Cheerleader der ICF. Sicher hat die Band nicht nur über DAS Thema gesungen, aber das hier ist nun mal eine Fußballseite....und deswegen wurde diese Single Zusammenstellung aus dem Jahr 1980 herausgepickt. Weil hier alle Kultteile drauf sind: "War on the Terraces", "I'm Forever Blowing Bubbles"(Punkrockversion der offiziellen Hymne der Hammers), "West Side Boys" oder "We Are the Firm". Die Jungs machen übrigens immer noch Musik....reichlich gealtert zwar, aber ein Lohner wenn sie mal bei euch in der Nähe auftreten!  
Fanzine: Der kleine Zeitvertreib Nr. 2
Kontakt: PasaKMS@web.de
Es ist ein Sonntagnachmittag im April. Die SG Sonnenhof Großaspach empfängt den VfL Kirchheim / Teck. Was zum Henker treibt jemand zu so einem Spiel? Das kann wahrscheinlich nur jemand verstehen der vom Hopping Virus befallen ist. Und genau für solche Patienten sollte „Der kleine Zeitvertreib“ in Zukunft Pflichtlektüre werden! Wer über einen Zeitraum von nicht mal 8 Monaten sage und schreibe 148 Spiele (wenn ich mich nicht verzählt habe) zu Papier bringt verdient sich wohl dieses Prädikat möchte ich meinen. Somit wird schon das Lesen zu einem etwas größeren Zeitvertreib. Unzählige meiner sanitären Sitzungen gingen somit über die eigentlich benötigte Zeit hinaus! Allerdings gibt’s außer den besuchten Ansetzungen keinerlei Abwechslung (wie in der Nr.1)….allerdings muß das nicht für jeden ein Kritikpunkt sein!  
Musik: Giorgio Chinaglia - (I'm) Football Crazy
Ja, Ja…Franz Beckenbauer machte es 1966 mit „Gute Freunde kann niemand trennen“ vor. Und schon damals galt: Fußballer sollten lieber beim Fußballspielen bleiben! Auch Lazio Legende Giorgio Chinaglia versuchte sich 1974 an seinen Gesangskünsten. Trompeten, Frauenchor und ein Italo Sound der einen sofort an die rhythmisch lockeren Stücke der Bud Spencer Filme erinnert. Gesungen wird, wenn auch mit starkem Akzent, in Englisch…was daran liegen dürfte das Giorgio in Wales aufgewachsen ist und auch bei Swansea City zum Fußballprofi wurde. Und während unser Kaiser die im Mannschaftssport vorhandene Kameradschaft besingt, beschränkt sich Herr Chinaglia „bescheiden“ auf sich selbst. Textstellen wie „…Yes I’m the best, I’m the best in all the world, I’m the strongest of them all…” zeugen von einem gesunden Selbstvertrauen. Ha ha! Bei aller Ironie ist der Song trotzdem ein kultiger Schlager mit Schunkel Garantie und einem Refrain den wir alle unterschrieben können: I'm Football Crazy!  
Film: Arrivederci Millwall
Eine Kleine Rarität aus dem Jahre 1990. Mehr aber auch leider nicht. In den gerade mal 60 Minuten Laufzeit dreht es sich um eine Gruppe Millwall Fans die sich auf den Weg zur WM 1982 nach Spanien machen. Ein Stadion sieht man allerdings nur zu Anfang des Filmes…allerdings noch den alten „The Den“ von Millwall. Die Truppe um Hauptcharakter Billy beklaut dann auch gleich mal nen Klamottenladen und verscherbelt die edlen Burberry und Pringle Teile im örtlichen Pub. Nun gut!? In der Folge klärt man noch eine Sache mit einem Türsteher und vermöbelt ein paar Leeds Fans nach Strich und Faden. Ein alter Kumpel Namens Bobby taucht auf mit dem Billy nun um eine holde Maid konkurriert. Noch vor der Weltmeisterschaft muss Bobby in den Falklandkrieg wo er nach wenigen Wochen fällt. Kommt euch das jetzt alles zu stichpunktartig abgehandelt vor? Sorry, aber genauso oberflächlich wird es Einem in dem Film dargeboten. Natürlich auch schwierig in knapp einer Stunde was Komplexes zu vermitteln!?
In Spanien angekommen tourt unsere Truppe dann zu fünft allein durch die Pampa und durch fast menschenleere Ortschaften. Natürlich nimmt man nicht die angesagten Routen wie tausende der anderen englischen Fans. Wieso das so inszeniert wurde wird wohl Geheimnis des Regisseurs bleiben. Total an der Realität vorbei. Nachdem man einen Dorfladen plündert, werden die Jungs von der Polizei einkassiert und auf dem Revier erst schikaniert und dann paniert…haha. Durch einen Gesandten der britischen Botschaft kommen unsere Spezialisten allerdings wieder frei. Nachdem es in einer Kneipe aber schon wieder Ärger gibt, flippt unser Billy total aus. Er verprügelt einen Polizisten und erbeutet dessen Pistole. Seine restlichen Freunde haben derweil ein Aufeinandertreffen mit einigen Spaniern. Noch bevor Fäuste fliegen taucht Revolverheld Billy auf und ballert wild um sich. Bei der Verfolgung eines Einheimischen will einer von Billys Freunden dann diesen kleinen Amoklauf beenden. Allerdings knallt Big B. ihn einfach übern Haufen. Und ob ihrs glaubt oder nicht: damit endet der Film. „Großes Kino“ was wie gesagt nur aus Raritätsgründen in meiner Anbauwand steht.  
DVD: Jason Marriner – Hooligan!
Jason Marriner gehörte in den achtziger und neunziger Jahren zum harten Kern der Chelsea Headhunters. Im Jahre 1999 wurde er das Ziel einer BBC Undercover Reportage des irischen Journalisten Donald MacIntyre. Dieser packte dann 344 Stunden Videomaterial zuschauergerecht in eine 60 minütige Dokumentation und fertig war das vorverurteilende Bild über Jason. Als Krönung galten die Aufnahmen auch noch als Beweis in einem Prozess um ihn zu einer 6 jährigen Gefängnisstrafe zu verurteilen, obwohl er nie bei Gewalttaten gefilmt wurde!!!
Auf dieser DVD spricht er über seine Sicht der Dinge. Seine Wurzeln, wie alles begann und Fußball sein Leben so lange er sich erinnern kann beeinflusst hat. Recht leidenschaftlich erfährt man viel über seine ersten Spiele, seine Lieblingsspieler….aber angeblich interessieren sich ja Hooligans nicht für Fußball!? Die wilden Achtziger, die Auseinandersetzungen oder die Auftritte des englischen Mobs bei Länderspielen gibt’s aus erster Hand. Und natürlich die ganze Undercover Geschichte, die Zeit mit MacIntyre, seine Gerichtsverhandlung, die daraus folgende Haftstrafe und das unumgängliche Stadionverbot auf Jahre hinaus.
Leider ist die ganze Sache nur auf Englisch erhältlich, und Jason’s Cockney Slang ist sicher nicht jedermanns Ding, nicht zuletzt weil er in Rage immer schneller redet! Die Präsentation ist auch eher unabwechslungsreich gestaltet. Denn eigentlich sieht man den guten Mann bei seinen Ausführungen nur dasitzen bzw. dastehen. Keine Filmaufnahmen und nix! Wem diese beiden Minuspunkte kalt lassen, sollte seinen DVD Player ruhig mal damit füttern.  
   
Musik: Buzzcocks – Singles going steady
Eine der Mitbegründer Band des „Good old Punk Rock“ die bereits 1976 das Licht der Welt erblickte. Wie damals üblich veröffentlichten auch die Buzzcocks Ende der 70er Jahre eine ganze Reihe von Singles. Welche, wie der Name schon sagt, auf dieser 1979 erschienen Scheibe zusammengetragen wurden. Allerdings befindet sich lediglich die 2001 digital verbesserte CD in meinem Besitz….dafür erhält man allerdings 8 Bonussongs mitgeliefert. Tja, und was bekommt man von den vier Burschen aus Manchester da so geboten? Die jugendliche Knabenstimme von Sänger Howard versprüht den sympathischen Charme einer unbekümmerten Teenager Rocktruppe die sich flott, flott, flott über die Themen auslässt die in dem Alter nun mal eine Rolle spielen. Unumgängliche Ohrwürmer sind definitiv „Orgasm addict“, „Ever fall in Love“ und „Oh Shit! Eher nervig dagegen „Why can’t I touch it? oder “Why she’s the girl from the chainstore” weil fast schon psychedelisch. Doch das sind definitive Ausnahmen und sollen keinesfalls von einem Test abraten!  
Film: Immer wieder Samstags (Originaltitel: When Saturday Comes)
Ein kleiner Junge jongliert einen Fußball vor den runtergekommenen Mietskasernen der englischen „Stahlmetropole“ Sheffield…so fängt sie an, die Geschichte des Arbeiterkindes Jimmy Muir. Aus seinem Traum nach der Schule Fußballprofi zu werden ist nix geworden. Mit Mitte Zwanzig wohnt er noch bei seinen Eltern, in einem dieser typisch englischen Reihenhäusern. Sein Geld verdient er in der örtlichen Brauerei. Viel Abwechslung hat das Leben in der nördlichen Industriestadt nicht zu bieten. Außer natürlich Fußball und mit den Kumpels trinken gehen. Jimmy spielt in einer Art Kneipenmannschaft Sonnabend für Sonnabend. Und danach im Pub noch paar Lagerbier abbeißen. Eines verregneten Tages wird er nach einem Spiel vom Trainer des unterklassigen FC Hallam (einem übrigens real existierenden Verein aus Sheffield) angesprochen und abgeworben. Mittlerweile in festen Händen mit seiner Freundin Annie geht sein Leben indes weiter seinen üblichen Gang: Arbeit, Fußball, Trinken. Allerdings bekommt er Dank eines Spielerscouts tatsächlich die Möglichkeit für ein Probetraining bei Sheffield United, welches er auch zufrieden stellend absolviert. Eine zweite Sichtung soll nun über einen Profivertrag entscheiden. Doch will Jimmy wirklich sein Leben ändern? Nachdem er seinem Vorarbeiter eine runter haut wird er arbeitslos,  
seine Freundin offenbart ihm bei einer Wohnungsbesichtigung das sie schwanger ist…was er nur bedingt verarbeiten kann und was zum Krach mit der Dame führt. Aus Frust darüber besäuft er sich bei der Geburtstagsfeier seines besten Kumpels und schleppt auch noch eine Stripperin ab. Und das alles einen Abend vor seiner zweiten Probe bei United . Natürlich verpennt er früh und setzt das Training in den Sand. Aufgrund seiner Fremdgehaktion macht die Alte schluss und als besonders harten Schicksalsschlag verunglückt sein Bruder bei einem Grubenunglück tödlich. Jimmy krempelt sich nun um: nimmt sich ne eigene Bude, fängt an Rocky mäßig zu trainieren und kämpft um seine verflossene Liebe. Und tatsächlich bekommt er eine zweite Chance bei Sheffield United und kommt als Ersatzspieler ins Aufgebot. Gegen Manchester United wird er dann zur Halbzeit beim Spielstand von 0:2 eingewechselt. Er erzielt den Ausgleich und ballert Sheffield in der 89. Spielminute per Strafstoß auch noch zum Sieg. Zu schmalzig? Na klar ist es eher unwahrscheinlich das innerhalb von wenigen Wochen ein Kneipenkicker ManU aus dem Pokal schießt und von einer Oskarnominierung ist der Streifen auch meilenweit entfernt. Doch für einfach gestrickte Menschen wie wir trotzdem ein schöner, kurzweiliger Film aus unserem Milieu und unserem Sport! Übrigens ist Hauptdarsteller Sean Bean selbst großer Fan von Sheffield United.  
Musik: The Rifles – No Love Lost
Irgendwo im Netz hab ich mal gelesen das The Rifles Pop Musik machen würden. Dämliches Gesülze! Eher stehen die Londoner an der Front der britischen Indierock / Britpopszene. Widerspruch? Nein! Denn mit Britpop ist keineswegs Pop a la ABBA oder Madonna gemeint. Zwei Gitarren, ein Bass und ein Schlagzeug klingen wohl kaum nach schwuler Diskomucke! Auch wenn die CD Aufmachung zugegeben danach aussieht. Doch keine Angst! Geschmeidig geht’s dann auch auf ihrem Debüt von 2006 ans Werk! Von unbeschwerten „ich will auf die Tanzfläche“ Titeln (Local Boy, Robin Hood), melodischen Rockfetzen (Peace & Quiet, Repeated Offender) oder Seelebaumlern (Spend a Lifetime, She`s the only one) gibt’s keine Langeweile im typisch Gitarrenlastigen Inselstil. Und wer mit ihren Vorbildern The Clash oder den aktuelleren Arctic Monkeys etwas anfangen kann, wird auch bei den „Gewehren“ nicht auf einen Fehlkauf schimpfen!  
Fanzine: Der kleine Zeitvertreib Nr. 1
Kontakt: PasaKMS@web.de

Neues Zine aus der Karl Marx Städter Fanszene mit sauberen, soliden und übersichtlichem Layout. Kinderkrankheiten einer Debütausgabe sucht man vergebens….aber was findet man? Massen an Hopping Sachen! Diverse Ligen in Tschechien, Polen, Österreich und natürlich Deutschland wurden abgegrast und auch auf Europapokal Ebene war man zugegen. Natürlich dürfen auch sämtliche Spiele des Chemnitzer FC und dessen zweiter Mannschaft nicht fehlen. Wer so viele Spiele innerhalb eines Jahres (komplett 2008) besucht, kann kein anderes Leben als Fußball haben. Haha! Vielleicht beim nächstes mal ein wenig Abwechslung zwischen den zeitlich aufgelisteten Spielberichten….ansonsten alles Top…auch der Preis: 1€ für 70 Seiten! Holen!  
Fanzine: Himmelsstürmer Nr. 22
Kontakt: himmelsstuermer@freenet.de
Was gut ist kommt immer wieder, und das zum mittlerweile 22. Male. Mit Witz und prolligen Tiefsinn wird man mit auf die Reise genommen. Und zwar mit sämtlichen Chemnitzer Mannschaften (u.a. auch Damen, Volleyball oder Eishockey), sowie vereinsfremde Ausflüge zum Eidgenossen, Belgien, Spanien, Andorra!!! oder gar in die Major League Soccer. Abschließend sei noch mein persönlicher Höhepunkt erwähnt: zwei Seiten voll mit Zitaten des einzigartigen Hans Meyer. Schon deswegen kein Fehlkauf!  
Buch: Bin beim Club – Der Chemnitzer FC und seine Fans

Für jeden Chemnitzer Fan ohnehin ein unumgänglicher Pflichtkauf. Allerdings darf man getrost davon ausgehen das man auch außerhalb der Karl – Marx – Städter Fangemeinschaft an dem Buch Gefallen gefunden hat. Bestes Beispiel: selbst das Fanprojekt Zine des verhassten Lokalrivalen Aue lobt das Werk in höchsten Tönen. Beginnend mit den Kindheitserinnerungen des Autors wird man auf eine spannende Reise mitgenommen. Von der sensationellen Meisterschaft 1967, den wilden 70er und 80er Jahren mit all den Duellen gegen die großen und kleinen der DDR Oberliga, die Auftritte im Europapokal, sowie abschließend der wechselhafte Weg des CFC in den Neunzigern und die traurige Talfahrt im neuen Jahrtausend. Geschichten gespickt mit alten Fotos, Auszüge von Stasi Akten und Programmheften…erzählt von mehreren FCK Generationen plus zwei umfangreichen Interviews. Auch wenn man den Ball nie aus dem Auge verliert, gibt es die unzähligen Dinge die vor und nach dem Spiel laufen reichlich zu lesen und erfreuen mit Emotionen und Nostalgie das Fan Herz. KAUFEN!  
DVD: Curva Nord Movie
So groß wie meine Erwartungen in diese DVD waren, genauso ist auch meine Enttäuschung. So lautet leider das vorweggenommene Fazit. Der Film an sich besteht zu 70% aus italienischen Gequatsche. Was an sich nicht schlimm ist, ich es aber eben nicht verstehe. Man begleitet Chef Capo Fabrizio Toffolo bei einer Rundfahrt zum gruppeneigenen Radiosender, Clubhaus und Fanshop. Auf der einen Seite schon beeindruckend was da für ein Umfeld da ist, doch durchaus langweilig ihn zwischen den Stationen philosophierend beim Auto fahren zuzusehen / hören. Ein anderer Führer wird bei sich zuhause interviewt und dürfte Einigen aus der BBC Reportage über die Lazio Ultras von 2001 bekannt sein. Das Ganze wird durch Mini Filmsequenzen (Torjubel, Gesänge, Stress mit Polizei) von maximal 30 Sekunden aufgelockert. Allerdings wiederholen sich die Ausschnitte auch mehrmals. Das Sonderkapitel über Di Canio ist im gleichen Stil aufgemacht. Paolo hockt in einem Sessel und erzählt und erzählt. Zwischendrin paar Supportszenen und einige seiner Tore im Lazio Trikot. Selbst im 10 Minuten Extra über das Römer Derby wird mehr gelabert wie gezeigt. Spielerlegende Giorgio Chinaglia gibt ein Interview und ist auch später in der Kurve beim Torjubel dabei, was schon geil aussieht wie der ganze Block ausflippt. Des Weiteren gibt’s noch nen Beitrag über eine Art Fan Demo (kann es sein das es sich dabei um das Support Ding nach Di Canios Strafe handelt?) und eine ganz ansehliche Fotoshow mit Musik unterlegt u.a. mit dem Chelsea Song „Blue is he colour“???
Wie gesagt: man lässt Viele zu Wort kommen, sieht im Verhältnis aber relativ wenig. Falls das Teil mal übersetzt oder mit deutschen / englischen Untertitel rauskommen sollte, ist diese Doku sicher sehr informativ. Aber so bringt es nur etwas für die italienisch Sprechenden unter euch  
Musik: The Undertones – Tennage Kicks
Aus Nordirland stammt nicht nur die Alkoholliebende Fußballlegende George Best, sondern auch eine sehr zu empfehlende Musikertruppe namens „The Undertones“. Von so Manchen als die irischen Ramones bezeichnet, dürfte klar sein in welche Richtung das Ganze hier geht. Also stark angepunkter Rock der mal leicht beschwingt, mal nachdenklich melahnkonisch in die Lauschlappen krabbelt. Ihr größter Hit „Teenage Kicks“ von 1978 eröffnet dann auch exemplarisch dieses kleine Schmuckstück. Gefolgt von Dauerbrennern wie „Here comes the Summer“ oder „Its going to happen“. Die Texte handeln über Mädels, Bier, Spaß, Kummer, Ärger und was junge, oder jung gebliebene Menschen noch so alles durch die Birne schießt. Spätere Songs waren übrigens sehr mit Soul Elementen angereichert. Auf dieser BEST OF wird sich aber ausschließlich auf die Frühphase Ende der siebziger Jahre beschränkt. Zum Glück! Richtig schönes Album!  
Buch: Stadionpartisanen – Fans und Hooligans in der DDR

Recht interessant geschriebener Fetzen über Anhänger von Union Berlin und des BFC zu DDR Zeiten. Leute selber zu Wort kommen lassen ist immer gut…besonders weil dies hier nicht nur Fans tun, sondern auch ehemalige MfS Mitarbeiter, Trainer und Schiedsrichter. Man erfährt so manch Interessantes aus tiefer Ostvergangenheit. Was geschah aus den Fans von Vorwärts Berlin als ihre Mannschaft nach Franfurt / O. delegiert wurde? Warum hatten BFC Anhänger etwas gegen das „D“ in ihrem Vereinslogo? Wie ging der Staat mit dem so genannten „rowdyhaften Fußballanhang“ um? Wie haben die Leute beider Hauptstadt Teams mit dem in der DDR üblichen Berlin Hass bewußt provoziert? War die Polizei damals aggressiver als heute? Ein Buch über Fußball und Rebellion in einem totalitären System…ein mehrsichtiges Abziehbild von Fan- und Jugendkultur! Gelungen!  
Musik: The Jam

Zwar existierte die Band nur knappe 6 Jahre, erzielte außerhalb England auch keine großen Erfolge und doch hinterließ sie ihre Spuren. Besonders auch in der Geschichte der britischen Jugendkultur. Nicht zu Letzt weil sie als eine der Bands der Mod Generation galten und ihr Sänger Peter Weller ja auch gern als „Modfather“ bezeichnet wird. Doch auch die Jungs auf den Tribünen zählten The Jam zu ihren Favoriten und tun dies zum Teil heute noch. Viele englische Fußballleute verbinden mit Songs wie „In The City“, „Strange Town“, „Thats’s Entertainment“, „Going Underground“ usw. viele Erinnerungen an ihre Jugend. Die Gruppe hatte ihre größten Erfolge Anfang der 80er Jahre, gerade als die große Zeit der Casuals begann. Musikalisch eine Mischung aus Rock, Punk und Pop Einflüssen. Einzig die Songs welche in Richtung Funk gehen sind echt nervig und werden grundsätzlich weitergedrückt. Unterm Strich ist das Teil hier eine gute Übersicht über das Schaffen einer prägenden englischen Rockband.  
Buch: Zieht den Bayern die Lederhosen aus! - Das Bayern Hass Buch
Rekordmeister, Rekordpokalsieger, Rekord Leck Mich Arsch! Es ist wie es ist. Entweder liebt man den FCB oder man hasst ihn. Ich kann mich getrost zu letzteren zählen…nicht als Abneigung gegen Münchner Fans, sondern gegen diese ganzen TV Affen aus dem ganzen Land welche noch nie bei einem Bayernspiel waren und …“weil das Produkt ihr oberflächliches Bedürfnis nach dem Besten befriedigt“ um es mal mit einem leicht abgewandelten Zitat aus dem Buch selber auf den Punkt zu bringen. Mit herrlichen, sarkastischen und kritischen Formulierungen nimmt man noch mal an allem Teil was die Anti FCB Fraktion erfreut. Niederlagen, Flops, die Show Fans, die Münchner Transferpolitik usw (natürlich nur bis zum Erscheinungsjahr 2002). Einzig die Bayern Schmähgesänge Übersicht ist lächerlich, sowie die Behauptung Michael Ballack (damals Leverkusen) hätte 2000 die Bayern mit seinem Eigentor in Unterhachingen fast schon absichtlich zum Meister gemacht. Allerdings sollte man das Buch auch mit dem nötigen Humor sehen…auch wenn’s herrlich bösartig ist!  
Musik: The Enemy - We'll Live And Die In These Towns
Das britische Musikmagazin New Musical Express bezeichnete The Enemy Anfang 2007 als eine der zehn hoffnungsvollsten Bands Englands. Die Indierockkompo aus Coventry landete zwei Singles in den Top Ten der UK Charts und mit dem hier bequatschten Debüt Album reichte es sogar zu Platz 1! In bester britischer Rocktradition a la Oasis, The Libertines oder The Jam geht man auf die Jagd, berichtet vom städtischen Alltagstrott, Aggressionen auf der Straße, Sex, vom Ausbrechen aus gesellschaftlichen Konventionen oder wird wie bei „You’re not alone“ daran erinnert das man nicht der Einzige ist der die Fresse voll hat! Der leichte Brit Pop Einschlag stört im rockigen Gesamtgefüge überhaupt nicht und grad die schnelleren Stücke bestätigen dies vortrefflich. Wobei auch die Lieder mit Tempolimit keineswegs an Energieverlust leiden. Anspieltips: „Aggro“, „It’s not OK“, „40 Days and 40 Nights“ so wie „We'll Live And Die In These Towns”. Summa Summarum: Sympathisch vorgetragenes und solides Rockalbum!  
Buch: Hoolifan

Denke mal fast schon ein Standartwerk unter den Leuten geworden. Auch wenn man kein unbedingter Gewalttäter ist. War es doch eine der ersten Schriften welche von der Flut an englischen Fußballbüchern ins Deutsche übersetzt worden waren. Die Fußballtechnische Biographie des Chelsea Fans Martin King. Der von seinem Vater Ende der sechziger Jahre zum ersten Male mit ins Stadion genommen wurde und der wie so viele andere Jungs aus der britischen Arbeiterklasse dem Sport und besonders dem rauem drum herum verfiel. Von Rauferein, aber auch über Musik bis zur Mode weiß King immer mit der gewissen Priese an englischen Humor zu berichten. Für die Einen die brutale Abfolge von Gewalt, für die Anderen ein interessanter Szeneeinblick….von den Tribünenerstürmungen der Siebziger bis zu den Kamera überwachten Arenen der Neuzeit. Entscheidet selbst!