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Wales : Deutschland (0:2) am 08.09.2007

EM Qualifikationsspiel am 08. 09. 2007 in Cardiff

Man kann es als Glück, Vorteil oder was weiß ich bezeichnen: ein Kumpel der in England arbeitet. Man braucht kein Mietwagen, hat ne Unterkunft und nen ortskundigen Kneipenführer. Somit zogen wir am Freitag bisschen durch ein paar West Londoner Pubs ohne besondere Highlights. Bis auf eine hübsche, deutsch sprechende tschechische Bedienung und eine vollharte Tussi, die sich erst mit ner anderen Alten schlug und dann heulend und kreischend bei uns Trost suchte…aber bis auf dumme Sprüche und Gelächter gar nix bekam!
Sonnabend Vormittag rollten wir dann los in Richtung Cardiff. Dort angekommen, begann eine nervige Sucherei nach einer Unterkunft. Aber entweder war alles ausgebucht oder gnadenlos überteuert. Letztendlich entschlossen wir uns im Auto zu schlafen. Wir parkten gleich in Stadionnähe, bewaffneten uns mit Stoff und machten uns auf die Pirsch. Karten hatten wir ja auch noch nicht.
Eine Kneipe mit guter deutscher Gesellschaft war auch schnell gefunden und man grübelte bei paar Lagerbier darüber nach ob man auf Kartensuche für den deutschen Block gehen sollte, oder gleich was für die walisische Seite bunkern? Nach ner Weile liefen wir einfach mal auf gut Glück zum Gästeblock…wo uns auch gleich ein HSV’ler eine Karte anbot. Da wir zu viert waren nützte uns das natürlich nicht sehr viel. Plötzlich kam ein unscheinbarer, älterer Herr auf uns zu und teilte uns mit das ja an deutsche Fans keine Karten verkauft werden. Oh Mann….wasn das fürn Spinner! Als ob wir das nicht selber wußten! Doch die anfänglichen Zweifel an dem Typ verflüchtigten sich in der Sekunde als er sagte: „Ich hab vier Karten“. Er wollte das aber nicht vor den Kassenhäuschen machen. Nach Mafiamanier zogen wir den Kauf in einem Hoteleingang um die Ecke durch, wobei wir den realen Preis zahlten. Nachdem wir die Karten in der Tasche hatten, erlaubten wir uns noch die Frage wieso er nicht was an dem Geschäft gut machen wolle? Ganz einfach, es waren nicht seine! Er arbeite für ein Reiseunternehmen welche auf den Karten sitzen geblieben sind und er soll sie hier nun loswerden. Konnte uns nur Recht sein!
Wir schauten noch mal in der Kneipe rum, um unser kleines Glück zu begießen, bevor wir ans Millennium Stadium zogen. Dort lief uns vorm Eingang noch Kulttrainer Jörg Berger vors Visier, der freilich zur Fotosession genötigt wurde.
Die „Jahrtausendkampfbahn“ war mit knapp 31.000 zwar nur zu Hälfte gefüllt, doch die deutschen Ränge gut dicht, zumindest der Unterrang….wie es oben aussah? Keine Ahnung! Beim Singen der Nationalhymne ging es im benachbarten walisischen Block dann kurz sportlich zur Sache…paar deutsche C - Leute hatten sich ganz offensichtlich dort einquartiert und rollten sich nun mit einigen Schafliebhabern. Selbige wurden allerdings immer mehr und unsere Jungs traten den taktischen Rückzug in schwarz-rot-goldene Gefilde an.
Das Spiel selber wurde recht schnell in die richtige Bahn gelenkt. Klose, übrigens mit Kapitänsbinde, spitzelte nach schon 6 Minuten zum 0:1 ein. Deutschland machte nicht unnötig viel…Wales machte noch viel weniger. Zwar fehlte denen ihr Routinier Craig Bellamy, doch auch bei uns hieß es ohne Ballack, Frings, Schneider, Lahm. Hingt dieser Vergleich jetzt? Ich wollte es trotzdem erwähnt haben J! Hälfte zwei änderte an der spielerischen Gewichtsverlagerung rein gar nix und in Minute 60 köpfte erneut Klose seelenruhig zum 0:2 Endstand ein. Wir feierten uns mit „So gehen die Deutschen…“ schon mal selber und später noch die Mannschaft.
Nach dem Spiel ging’s ohne Umwege in den nächsten Pub…der tatsächlich vom anwesenden deutschen Mob leer getrunken wurde…muß man auf der Insel auch erstmal schaffen. Wegen eigentlich nichts bekamen wir vier allerdings von den anwesenden Cops nen Platzverweis und verlagerten uns in die nächste Saufanstalt. Hier erwies sich unser Exil Deutscher wieder als goldwert! Das Etablisment fühlte sich nämlich schlagartig mit alten Cardiff City Soul Crew Rumpeln die mächtig Appetit auf zerknallte „Kraut“ Gesichter hatten. Dank der fließenden Englisch Kenntnisse unseres Reiseleiters konnte man sie allerdings davon abhalten ihr Vorhaben an uns in die Tat umzusetzten….wäre auch nach hinten losgegangen! Auf der Hauptstraße kam es dann noch fast zu einer Tollschock Einlage mit jungen Walisern, die aber solange um uns herumtanzten bis die Cops kamen und sie sich verpissten. Das machten wir dann auch Richtung Auto…war dann früh um drei auch genug! Als Übernachtung wählten wir dann auch die billigste Variante: zwei in der Karre, zwei in Schlafsäcken daneben…ging auch! Nach der Rückfahrt verbrachten wir den Sonntag in London nur in der Bude mit Rumliegen, Büchsenbier trinken und dem üblichen Gelaber. Fazit: Unkomplizierte Reise, Auswärtssieg, jede Menge Spaß und Suff….so gefällt das!




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