Chemnitz
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1. FC Saarbrücken : Chemnitzer FC (1:1)

1. Spieltag - 3. Liga - Saison 2011/2012
Ludwigsparkstadion, Saarbrücken
Zuschauer: 6.865 (davon ca. 400 aus Chemnitz)



„Oh Là Là“ würde man im benachbarten Frankreich sagen. Und das liegt ja gar nicht weit weg vom Saarland. Grund für meinen kleinen Fremdspracheexkurs, ist die Suche nach einer nahe liegenden Umschreibung der Stunden vor Anpfiff unseres ersten Spiels in Liga 3.
Eine kleine Gruppe junger Chemnitzer hatte sich, nach durchzechter Nacht, bereits gegen 10Uhr morgens in einer lokalen Kneipe am Hauptbahnhof von Saarbrücken eingenistet. Und da unser Bus fast zwei Stunden vor Spielbeginn schon am Stadion einparkte, lag die Entscheidung nahe den Jungs auf nen Bier entgegen zu kommen. Als friedliebende Einzelerscheinung, die ich nu mal bin, gelangte ich problemlos durch die Staatsdienerkette und fragte mir den Weg zum Ort der Begierde geduldig durch. Schnell gefunden, paar Hände geschüttelt, kühle Vase bestellt. Keine zwei Schlücke später offenbarte einer von Saarbrückens Alten, dass sie in paar Minuten vorbeikommen würden. Und was sich da in 100m Entfernung sammelte, sah nach erfahrenem Grobschlag aus. „OK, also schon am ersten Spieltag wieder ins Fettnäppchen getreten“ dachte ich bei mir. Dabei wollte ich doch mal eine Saison ohne große Aufreger verbringen. Zumal wir beim Anblick des Gegenübers, wohl eher der Kürzeren gezogen hätten. Aber man war in einer ihrer Kneipen, ich war durstig hingelatscht…mitgegangen, mitgefangen! Letztendlich sorgte die eintreffende Polente für ein unspektakuläres Ende. Naja, nicht ganz. Nach Entspannung der ganzen Situation blieben alle irgendwie nicht zusammen. Und als wir zu viert den Bahnhof durch einen Hinterausgang verließen, wurde Saarbrücken wieder vorstellig, wieder recht zuvorkommend, wieder nicht unsere Gewichtsklasse. „Na Jungs, ihr seht so aus als würdet ihr das gleiche suchen wie wir?“…“Wasn? Schnaps und dicken Titten?“…Das brachte sogar den Fragesteller zum Schmunzeln. Die Klarstellung das wir keine Hools sind und entsprechende Truppenteile aus Chemnitz auch nicht angereist waren, ließ jeden wieder seiner Wege gehen. Ohne auf die Welle zu hauen, zwar hätte ich mich in beiden Situationen ohne flinke Füße nach bestem Gewissen gerade gemacht…doch ohne direkten Angriff eine abzusehende Tracht zu provozieren, lag mir irgendwie nicht nahe. Für die einen Feigheit, für die anderen gesunde Selbsteinschätzung. Für die einen ist das Glas halb voll, für die anderen halb leer. Jedenfalls war die Heimseite ganz schön unterwegs. Punkt!
Natürlich verliefen wir uns auch noch auf dem Weg zum Stadion und mussten am Heimblock vorbei. Klasse! Bis auf eine kleine Rempelei, überwand man auch dieses letzte Hindernis und erreichte kurz nach dem Anpfiff den Gästeblock. Bei strahlendem Sonnenschein konnte sich Karl Marx Stadt vorbildlich in Szene setzten. Auf dem Rasen, sowie auf den Rängen. Gute Stimmung und annehmbare Leistung der Mannschaft. Immerhin wird Saarbrücken als einer der Geheimfavoriten gehandelt. Der umgehende Ausgleich nach der Saarbrücker Führung und ein saustarker Philipp Pentke entführten einen Punkt mit nach Sachsen.

Offene Fragen auf der Heimfahrt: „Wie dick ist das Fell von Busfahrern?“….“Fahr ich nur wegen dem Suff zum Fußball“…“Wie hoch ist die Dunkelziffer abgebrannter Busse durch, mit Kippe, eingeschlafener Insassen auf der Bordtoilette?“