Chemnitz
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SV Wilhelmshaven : Chemnitzer FC (1:5)

14. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2010/2011
Jadestadion, Wilhelmshaven
Zuschauer: 721 (davon ca. 100 aus Chemnitz)

Fußballfans stürmten Second Hand Läden, kramten längst vergessene Anzüge aus dem Kleiderschrank und pumpten Papa nach dessen bester Krawatte an. Stand da ein gesellschaftliches Großereignis an? Wie man’s nimmt…es wurde zur noblen Mottofahrt nach Wilhelmshaven geladen. „Der Club steht hoch im Kurs“…nicht nur in unserem Herzen, sondern auch im sportlichen Vergleich mit den anderen Pennern in der Regionalliga Nord. Deswegen heute alle im besten Zwirn. Unsere Raststättenaufenthalte sahen zwar eher aus wie der Ausflug alkoholisierter Bankangestellter auf Weiterbildungsreise, aber was kostet die Welt?
Ungefähr eine Stunde vor Spielbeginn war man da, Jadestadion Wilhelmshaven. Der umgehend requirierte Fahrradanhänger, wurde allerdings von seinem empörtem Hippie Besitzer zurückgefordert…keine Gastfreundlichkeit im Norden!
Da uns am Gästeblock noch der Eintritt verwehrt wurde, ging ein fünfköpfiges Expetitionskorps auf die Suche nach alternativen Einlassmöglichkeiten. Nach der Überwindung sämtlicher natürlicher und unnatürlicher Hindernisse hatten wir das Stadion komplett umrundet und standen vorm Heimeingang. Kurzerhand lösten wir für selbigen, in der schelmischen Hoffnung die bekannte „Sport Frei“ Fahne auf der Gegengerade zu hissen. Allerdings wurden wir nach einigen Metern von unseren und lokalen Zivis enttarnt und Richtung Gästeblock verdonnert. Aber nicht ohne uns vorher noch die nötige Flüssigkeitsverköstigung zu organisieren. Um nicht vom „gefürchteten Jade Mob“ entdeckt zu werden, versuchten wir uns in einer Portion feinstem Norddeutsch. Ich denke es war ungefähr so glaubhaft, als wenn ein Chinese seine Augen mit beiden Zeigefingern Richtung Nase drückt, um europäischer zu wirken. Lustig klang’s allemal.
Bevor wir uns zum Rest des Gästeanhangs gesellten, gab es noch einen kurzen Abstecher in den Nachbarblock. Von da aus bepöbelten wir die Chemnitzer als Ost Assis und skandierten „Westdeutschland“ Sprechchöre…sehr zu Verwunderung von Securitat und Policia.
Sportlich lief der Abend ebenfalls zur vollsten Zufriedenheit…quasi wie das Bier! Ging der Club, nach einem Treffer von Pavel Dobry, noch mit 1:0 in die Pause, so wurde in der zweiten dreiviertel Stunde der SVW aus dem eigenen Stadion geschossen. Bäng, Bäng, Bäng, Bäng ging das hintereinander weg: 5:1 am Ende. Tore schießen leicht gemacht. Wird genommen!
Die nachvollziehbare Party auf dem Zaun, war für die Polizei wiederum gar nicht nachvollziehbar. Da zogen die Helden in voller Montur vorm und im Block auf. Somit hatte der Einsatzleiter auch noch was halbwegs Spannendes in seinen Bericht zu schreiben, denn die profilierungsgeile Stärkepräsentation wurde vom feiernden Pöbel einfach ignoriert. Und die Beamten sahen wohl die Sinnlosigkeit ihrer unmittelbaren Anwesenheit selber ein. Somit konnte ohne weitere Aufreger zum Schlagerabschuss im Bus übergegangen werden.

Erwähnt werden sollte noch der Dauerschwenk Rekordversuch von Meister Schröder. Der sich Mitte der ersten Halbzeit ne große Schwenkfahne schnappte und völlig apathisch durchwedelte! Darüber sogar vergaß seine schon im Mund befindliche Zigarette zu entzünden und selbst nach dem Pausenpfiff das Teil weiter durch den Abendhimmel ruderte. Ultra Schröder!!!!