Chemnitz
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Chemnitzer FC : FC St. Pauli (1:0)

1. Runde - DFB-Pokal - Saison 2010/2011
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 10.431 (davon ca. 1600 Pauli „Fans“)


Auslosung 1. Runde DFB Pokal: Chemnitzer FC gegen FC St. Pauli. Na da war doch was? Eine gewisse Vorgeschichte und die unvermeidbare Polarisierung in politischer Hinsicht?

Viel dringlicher war allerdings meine Sorge um meinen gesundheitlichen Zustand. Hatte ich mich doch paar Tage vorher beim Länderspiel in Dänemark leicht erkältet. Gesundheitsbad und zwei ordentliche Goldkrone / Tee Mischungen waren die Geheimrezepturen der Stunde und erfüllten ihren Zecks mehr als zufrieden stellend.

Somit konnte ich mich auch schon gegen Mittag der Fernaufklärungsgruppe „Schau’n wir mal“ anschließen. Fazit der Mission: kein über die Stränge schlagen möglich, ohne beachtlich ins Visier der dritten Partei zu geraten! Also, mit Abstecher Fanhalle, gleich zum Spiel. Das Öffnen der alten Eingänge war für das Anstehen goldwert. Ging Ruck Zuck und sollte bei Spielen mit größerem Zuschauerandrang zur Regel werden!

Auf dem Weg zum angestammten Platz ging einem natürlich das Herz auf. Die Bude gerammelt voll und zum ersten Heimspiel der Saison das Wiedersehen mit den üblichen Masken…war ja immerhin Sommerpause!

Zur Besonderheit des DFB Pokalspiels, gab es vor dem Anpfiff noch eine ganz spezielle Würdigung: Kult Trainer Hans Meyer (1988 – 1993 beim FCK / CFC) wurde die Ehrenmitgliedschaft des Vereins verliehen. Richtig so! Top Mann der zu 100% dieser Ehre würdig ist!!!

Danach Einlauf der beiden Teams. Die Ultras Chemnitz Choreo dazu lustig genial: ein Dieb in FCK Dress bricht in die Geschäftsstelle des FC Bayern ein, klaut schon mal die Pokaltrophäe und bringt sie in die Kurve. Pauli wedelt mit vielen roten Fahnen und lässt es ein wenig rauchen. So zelebriert man Fankultur. Das der moderne Fußball damit rein gar nichts zu tun haben will, bewies der Spartensender „SKY“…auf deren Anweisung waren nämlich Zaunfahnen auf der Gegengeraden verboten, genau wie die eigenen Werbebanden. Da positionierten die TV Heinis nämlich ihre eigenen. Zu was für ner Scheiße ist dieser Sport verdammt noch mal verkommen!? Das passende Spruchband dazu folgte auf dem Fuß. (Siehe Bilder)

Die ersten Minuten beobachtete ich, zwischen den Köpfen meiner Vorderleute, in der Schlange vom Bierstand aus. Und während dies normaler Weiße der beste Ort ist um entscheidende Situationen zu verpassen, war ich diesmal zur Stelle. Eckball und „Defensivstürmer“ Richter stand genau dort um uns jubeln zu lassen. Bereits in der 5. Minute die Führung per platziertem Kopfball.
Schock für die Gäste? Zumindest hatte man in der Folgezeit nicht den Eindruck hier einen Erstligisten spielen zu sehen. St. Pauli hatte einen schweren Stand. Genau wie paar ihrer Anhänger, die meinten wegen vollem Auswärtsblock in der Fünf auftauchen zu müssen. Klatsch, Klatsch (kein Beifall) und Ablaufen…so was geht vielleicht in Aalen oder Ingolstadt. Hier augenscheinlich unangebracht!

Auch nach dem Wechsel fanden die Kiezkicker kein profanes Mittel, um die FCK Abwehr massiv unter Druck zu setzen. Bei den wenigen Möglichkeiten war stets Torhüter Philip Pentke zur Stelle. Der hatte wirklich einen bärenstarken Tag erwischt, was später auch St. Pauli Trainer Stanislawski im Interview zu bestätigen wusste. Aber die gesamte Elf kämpfte hervorragend und beließ es nicht nur bei einer reinen Abwehrschlacht. Bestes Beispiel das 2:0 durch Peßolat…was leider wegen angeblicher Torwartbehinderung nicht gegeben wurde. Doch selbst das konnte an diesem Tag keinen Strich mehr durch die Rechnung machen. Nach drei Minuten Nachspielzeit war die Sensation perfekt! Das erste Mal seit 1999 zieht der Chemnitzer FC wieder in die zweite Runde des DFB Pokals ein!

Den ultimativen Feierkönig gab wieder mal Philip Pentke, der die Südkurve nach dem Angriff genau so gut im Griff hatte, wie die Bälle auf sein Tor in den neunzig Minuten davor.

Wer nun noch gut zu Fuß war, konnte per Laufbereitschaft in Richtung Sonnenberg und Sachsen Allee sein Glück versuchen. Sämtliche Kontakt Aktionen gingen ebenfalls an die Gastgeber, was auch für diverse Polyester Streifen in Braun – Weiß der Fall war.