Chemnitz
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VfB Lübeck : Chemnitzer FC (2:0)

25. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2009/2010
Freitag, 19. März 2010, 19:00 Uhr
Stadion an der Lohmühle, Lübeck
Zuschauer: 2.263 (davon ca. 200 aus Chemnitz)


Das Runterspülen der leckeren Fruchtweinschnaps Bowle hinter Magdeburg und der wohl asozialste Autobahnparkplatz der A1 sind die nennenswertesten Erinnerungen der ungefähr 6 Stunden Fahrt nach Schleswig – Holstein. Nach der Kfz Betankung, wollten wir selbiges auch für uns verirrte Seelen sicherstellen. Für den Heimweg wurde am stadionnahen Supermarkt also nochmals gebunkert. Drinnen nen knappes Dutzend junger Marzipan Erotiker, die doch tatsächlich nach draußen einluden. An der frischen Luft war deren Motivation allerdings schlagartig mit der aktuellen Wirtschaftkonjunktur zu vergleichen. Wir klar in Unterzahl, aber auf ihre Offerte verweisend, passierte nix und wir verließen ohne Notwehrsituation das Geschehen. Aber erst auf die Welle hauen, und dann…..Typen! Man, Man, Man.
Ein Großteil der Club Fans war in zwei Reisebussen nach Lübeck gemacht. Sogar als Mottofahrt unter der Überschrift „FCK / DDR Fan“. Also viele schön im Ossi Outfit…ausgewaschene Jens Klamotten, rattenscharfe Trainingsanzüge, Vokuhila Perücken und abgelatschtes Schuhwerk. Unsere Zivis haben übrigens nicht dran teilgenommen…die sehen immer so aus…haha!
Auf dem Rasen sollte heute die große Aufholjagd begonnen werden. Angriff auf Babelsberg, die unter der Woche nur unentschieden gespielt hatten. Doch diese enthusiastischen Worte fanden null Umsetzung…aber so was von gar nicht! Zwar hatte der VfB auch nicht viel zu melden. Nur wenn man Anlauf Richtung Tabellenspitze nehmen will, darf man einen Tabellen Dreizehnten nicht nur kontrollieren, auch nicht auswärts. Da sollte man schon mehr Betrieb machen. Also ich fand es ein richtiges Dreckspiel. Zurechttrinken ging auch nicht, da nur Alkfreie Pisse verkauft wurde…spitze! Ein beschissenes 0:0 in Lübeck also. Schon das reichte eigentlich für den Gemütszustand. Um den Freitag Abend dann noch vollends zu versauen, reichten dem Fußballschicksal ganze drei Minuten:

87. Minute Rot für Jansen wegen Schiedsrichterbeleidigung
88. Minute 1:0 für Lübeck nach Freistoß
90. Minute 2:0 für Lübeck durch Foulelfmeter

Da auch meine Mutter diese Zeilen lesen wird, verzichte ich mal lieber auf die Kraftausdrücke die meinen Lippen entwischten. Der allumfassende Frust entlud sich im Malträtieren der Werbebanden und des Zauns. Fiel auf alle Fälle schwer wieder runterzukommen!
Wir liefen in Parkplatznähe noch ne fahrbare Imbissbude an, die tatsächlich Schnaps verkaufte! Und die Mischungen waren aller erster Güte meine Herren! Ein norddeutscher Brenner erzählte uns, das bei ostdeutschen Mannschaften immer Alkoholverbot im Gästesektor befohlen wird. Aber keine 500m weiter gibt’s nen Ausschank mit Hartgas…völlig nachvollziehbares Sicherheitskonzept!

Grad im Begriff die Heimreise anzutreten, wollten uns noch etwa 10 Heimfans mit Faustschlag verabschieden. Erwähnte ich schon das meine Mutti das hier lesen wird? Das Ende vom Lied war zumindest, das diese Helden von drei Leuten die Straße runter gejagt wurden. Damit auch ein 2:0 Sieg für die ortsansässige Fanszene…allerdings in der Kategorie „Zum Obst gemacht“…Herzlichen Glückwunsch! Wen es interessiert, kann sich nach den Bildern noch den Polizeibericht jenes Abends geben.
Ich kaufte mir rück zu noch für 4€ Kartoffelchips und lag 5Uhr auf meinem Sofa…endlich fein dei dei machen!



POL-HL: HL - St. Lorenz-Nord, Lohmühle
Polizeieinsatz nach Fußballregionalligaspiel am Freitagabend

Lübeck (ots) - Am Freitagabend, 19. März 2010, um 19.00 Uhr, fand auf der Lübecker Lohmühle das Fußballregionalligaspiel zwischen dem VfB Lübeck und Chemnitzer FC statt. Das Spiel endete vor über 2.000 Zuschauern mit 2:0 für die Gastgeber. 150 Polizeibeamte waren eingesetzt. Die An- und Abreise der Heimfans und der 100 Gästefans verlief bis etwa eine Stunde nach dem Abpfiff größtenteils ohne nennenswerte Zwischenfälle. Erst knapp eine Stunde nach dem Spiel kam es zu Auseinandersetzungen. Als der Mannschaftsbus mit den Spielern aus Chemnitz den Stadionbereich verließ und durch die Straße Bei der Lohmühle in Richtung Autobahn fuhr, tauchten in der Dunkelheit etwa 50 Personen auf. Die Gruppe, in denen sich zahlreiche der Polizei bekannte "Ultras" befanden, zogen sich Schals und Mützen ins Gesicht und setzten Sonnenbrillen auf. Anschließend warfen sie mit Knallkörpern und anderen Gegenständen in Richtung des fahrenden Busses. Der Busfahrer reagierte und setzte seine Fahrt unvermindert fort, so dass sich keine der aggressiven Randalierer dem Bus weiter nähern konnten. Zahlreiche Polizisten, die sich etwas abgesetzt in der Nähe aufhielten, liefen sofort in Richtung der Randalierer, die jedoch über einen Parkplatz eines Baumarktes flüchteten und im Schutze der Dunkelheit in den Grünanlagen entkommen konnten. Auf dem Parkplatz des Baumarktes konnte die Polizei sogar eine Kiste mit vorbereiteten "faustgroßen Tonscherben" sicherstellen. Nicht einmal fünf Minuten später kam es auf dem Park&Ride-Parkplatz zu einer weiteren Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Gruppierungen. Als die Polizei eintraf, hatten fünf Chemnitzer Zuschauer sich bereits in ihr Fahrzeug begeben, zuvor gab es ein Aufeinandertreffen der Chemnitzer mit etwa 15 Lübeckern. Hier hatte der Sicherheitsdienst die Szene beobachtet und die Polizei angefordert. Die Beamten konnten die Personalien der Chemnitzer feststellen und auch die eines polizeibekannten Lübeckers. Die restlichen Lübecker konnten aufgrund der Dunkelheit erneut unerkannt entkommen. In beiden genannten Fällen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Wieder einmal ist es nach einem Abendspiel des VfB Lübeck im Zuge der Dunkelheit zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Auch im Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart am 23. September 2009 und bei anderen Abendspielen ist es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Randalierern, die zuvor das Fußballspiel besucht hatten, gekommen. Wenn es während der Spiele im Stadionbereich verhältnismäßig friedlich zugeht, so wird leider immer wieder im Schutz der Dunkelheit durch einige Personen, die teilweise auch der "Ultraszene" zugehörig sind, die Sicherheit anderer Besucher nach dem Spiel gefährdet. Somit bestätigt sich die Einschätzung der Polizei, die sich nach wie vor dafür einsetzt, Spiele des VfB Lübeck, insbesondere so genannte Risikospiele, aus Sicherheitsgründen nicht am Abend anzusetzen. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass es auch bei "Tageslichtspielen" zu Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppierungen im Zusammenhang mit Fußballspielen kommt. Jedoch werden die Ermittlungen und das Aufklären von Straftaten der Polizei wesentlich erschwert, so dass nicht immer in der Dunkelheit die Anonymität der Straftäter aufgehoben werden kann.

Rückfragen bitte an:
Polizeidirektion Lübeck