Chemnitz
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Wuppertaler SV : Chemnitzer FC (3:1)

38. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2005/2006
Stadion am Zoo, Wuppertal
Zuschauer: 1.277 (davon ca. 250 aus Chemnitz)

In den elf Jahren, die ich mich bis dato Club Fan schimpfte, sah man wirklich mehr Schatten als Licht…zwei 2.Liga Abstiege musste man verdauen und nun gings noch eins runter. Nach drei Spielzeiten Abstiegskampf pur und Rettungen in letzter Sekunde, gab es in dieser Saison gar kein Halten mehr. Als Tabellenletzter und mit nur 5 Siegen aus 36 Spielen verabschiedete sich Chemnitz in die Oberliga.
Das Adieu aus der Regionalliga fand in Wuppertal statt. Auch für die so genannten „Reisegruppe“ sollte es für unabsehbare Zeit die letzte Ausfahrt sein. Man klinkte sich also erneut in die 30% Nicht Hool, 70% Hool Gemeinschaft ein und bekam als kleinen Leckerbissen noch nen kultiges T-Shirt als Andenken.
Die Tatsache das Jena an jenem Tag in Oberhausen spielte und somit Carl Zeiss Anhänger quasi ebenfalls in unsere Richtung unterwegs waren, führte dann auch dazu das an einem Parkplatz einige blau gelb weiße Schals solide den Besitzer wechselten. Passiert! Auf halber Strecke dann die Lautsprecherdurchsage das sich wohl 30 Wuppertaler & Schalker zum Duell anbieten würden. Was zu Freude bei der sportlichen Hälfte der Busbesatzung führte…mich hingegen dazu verleitete erst mal 3 Bier zur Beruhigung hinein zu pressen. Für solche Aktivitäten spiele ich dann doch paar Klassen zu tief. Unsere Fraktion C hatte unter dem Motto „Wer kommen will, der soll kommen“ den ganzen Ruhrpott eingeladen…man wollte sich aufgrund des letzten Spiels mit einem Paukenschlag aus der Regionalliga verabschieden. Allerdings passierte dahingehend nix, da wir bereits vor Wuppertal von mehreren Polizeiwannen in Empfang genommen, und direkt vors Stadion geleitet wurden.
Eintritt gezahlt, auf meinen Kumpel gewartet, rein in die Müllkippe! Und das ist bei historischer Betrachtung nicht mal als Beschimpfung zu bewerten. Denn die Fläche die wir grad betreten hatten wurde im 19. Jahrhundert von der hiesigen Farbindustrie tatsächlich als Müllhalde genutzt. Da passte doch das Werbeschild „Der Entsorger im Tal“ vortrefflich! Aber auch so ging einem nicht grad das Herz auf. An der ehemaligen Radrennbahn und am Gästeblock hatte ganz schön der Zahn der Zeit genagt, wenige Zuschauer, dann noch das nasskalte, trübe Wetter. Irgendwie ähnelte das emotional alles der Chemnitzer Saisonleistung. Und es wird sicherlich niemand überrascht haben, das sich auch das Ergebnis jener Gefühlslage anpasste. Trotz anfänglicher Führung sagte man mit 1:3 leise „Auf Wiedersehen“. Obwohl ich es auch überleben würde dort nie wieder hinzumüssen. Auch die Cops waren an diesem Tag mies drauf. Es kam gleich die Ansage: „Entweder fährt eurer Bus nach Abpfiff sofort wieder ab, oder es gehen alle in Gewahrsam“. Und da es auch keine weitere Reaktion von Wuppertal / Schalke gab, wurde Variante eins bevorzugt und der Osten wieder angesteuert.
Der letzte Stopp, einer eigentlich ereignislosen Ausfahrt, fand am Rastplatz Eisenach statt. Nun kommen wir
aber zum eigentlichen Höhepunkt des Tages! Nein! Keine Jenaer auf der Rückreise. Auch keine Nutten! Haha!
Der CFC Mannschaftsbus machte grad eine Pause! Das Gefährt wurde einfach kurzer Hand umstellt und vom „Alten“ betreten. Dieser befehligte dann die Mannschaft, samt Trainer und Co Trainer, nach draußen um sich für diese armselige Saison bei uns zu entschuldigen. Und die Spieler taten es! Sicherlich auch ein Novum das die Spieler eines Profiteams auf die Weisung eines Fußballgewalttäters zum Rapport antreten. Wie geil ist das denn? Eigentlich Weltklasse, oder? Süssner, Kunert, Adamu, Baumann, Schumann, Görke, Tomoski…alle standen sie da wie kleine Schuljungs. Trainer Joachim Müller war glaub ich der einzige der sich erhobenen Hauptes der berechtigten Kritik stellte. Nach überlebter Standpauke mussten alle Spieler versprechen wenigsten den Sachsenpokal in einer Woche zu holen. Gleichzeitig wurden den Akteuren bei erneutem Versagen nachhaltige Repressalien angekündigt / angedroht. Aufgrund dieser speziellen Form des psychologischen Trainings beansprucht der „Alte“ auch die Hälfte des Pokals für sich :-) Denn diesen holte sich der Club dann noch in Plauen gegen den VFC. Was einen zumindest ein wenig optimistisch in die Oberliga Zukunft schauen ließ. Und somit war sie dann auch vorbei, die Saison im WM Jahr 2006.